Albert Einstein - Tabellarischer Lebenslauf

Datum Ereignis
8. August 1876 Hermann Einstein und Pauline Koch heiraten in der Synagoge von Cannstatt bei Stuttgart.
14. März 1879 Albert Einstein wird als erstens Kind von Hermann und Pauline Einstein in Ulm geboren.
21. Juni 1880 Die Familie Einstein siedelt nach München über. Hermann Einstein und sein Bruder Jakob gründen die elektrotechnische Firma Einstein und Cie.
18. November 1881 Einsteins Schwester Maria (genannt Maja) wird geboren.
1884 Das "erste Wunder": Der Kompass.
31. März 1885 Die Familie bezieht das Haus Rengerweg 14 (jetzt Adlzreiterstraße) im Münchner Stadtteil Sendling in unmittelbarer Nähe zur Fabrik Einstein & Cie.
1885 Einstein erhält seit 1894 Privatunterricht, ab dem 1. Oktober besucht er die zweite Klasse der Petersschule, einer katholischen Volksschule.
Jüdischer Religionsunterricht wird zu Hause erteilt.
Einstein erhält Violinunterricht.
1. Oktober 1888 Nach bestandener Prüfung wird Einstein in das Luitpold-Gymnasium aufgenommen.
Herbst 1889 Der damals 21jährige Medizinstudent Max Talmud besucht regelmäßig die Familie Einstein; für die nächsten fünf Jahre wird er Freund und Mentor von Albert; er macht ihm mit naturwissenschaftlichen und philosophischen Schriften - darunter Kants Kritik der reinen Vernunft - bekannt.
1890 Das zweite "Wunder": Das "heilige Geometriebüchlein".
1892 Einstein geht nicht zur 'Bar Mizwa' und ist damit im rabbinischen Sinne nicht Mitglied der jüdischen Gemeinde.
Juni 1894 Die Firma Einstein & Cie. wird liquidiert; die Familie siedelt nach Oberitalien über (Mailand, Pavia und wieder Mailand). Einstein bleibt in München in der Obhut entfernter Verwandter.
29. Dezember 1894 Ohne Abschluss verlässt Einstein das Luitpold-Gymnasium und reist zu seinen Eltern nach Mailand.
Frühjahr 1895 Einstein sendet einen Essay "über die Untersuchung des Ätherzustandes im magnetischen Felde" an seinen Onkel Caesar Koch in Belgien.
Er besucht Verwandte in Genua und bereitet sich auf die Aufnahmeprüfung für das Eidgenössische Polytechnikum in Zürich (ab 1911 Eidg. Technische Hochschule, ETH) vor.
8.-14. Oktober 1895 Obwohl zwei Jahre unterhalb des Mindestalters von 18 Jahren, wird Einstein zur Prüfung zugelassen. Seine Leistungen in Mathematik und Physik sind hervorragend. Da in anderen Fächern die Leistungen nicht ausreichen, besteht er die Prüfung nicht.
26. Oktober 1895 Einstein wird in die Gewerbeabteilung der Kantonsschule in Aarau aufgenommen. Er wohnt bei der Familie Jost Winteler, einem Lehrer an dieser Schule.
28. Januar 1896 Entlassung aus der württembergischen und damit aus der deutschen Staatsangehörigkeit; die nächsten fünf Jahre bleibt Einstein staatenlos.
September 1896 Prüfungen zur Matura; am 3. Oktober erhält Einstein die Matura und damit die Berechtigung zum Studium am Polytechnikum.
Oktober 1896 Beginn des Studiums am Polytechnikum in Zürich in der "Schule für Fachlehrer". Kommilitonen sind u.a. Marcel Grossmann und Mileva Maric.
Oktober 1898 Diplom-Zwischenprüfung
Frühjahr 1900 Diplomarbeit über Wärmeleitung, mündliche und schriftliche Prüfungen; Einstein erhält am 28. Juli das Diplom als Fachlehrer in mathematischer Richtung.
Oktober 1900 Obwohl er die erhoffte Assistentenstelle am Polytechnikum nicht erhält, beginnt Einstein mit der Arbeit an einer Dissertation.
13. Dezember 1900 Die erste Veröffentlichung wird bei den 'Annalen der Physik' (über Kapillarität) eingereicht.
21. Februar 1901 Schweizer Staatsbürgerschaft.
Frühjahr 1901 Einstein bewirbt sich vergeblich um Assistentenstellen in Deutschland, Holland und Italien.
Mai - Juli 1901 Aushilfslehrer am Technikum in Winterthur.
September 1901 Lehrer in einer Privatschule in Schaffhausen.
November 1901 Einstein reicht bei der Universität Zürich eine Dissertation ein.
18. Dezember 1901 Bewerbung beim Schweizer Patentamt - dem Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum - in Bern.
Januar 1902 "Lieserl", die Tochter von Mileva Maric und Einstein, wird in Novi Sad (Neusatz), Ungarn, geboren.
Februar 1902 Einstein zieht seine Dissertation zurück, er begibt sich nach Bern und bietet per Inserat Privatstunden an.
16. Juni 1902 Einstein wird als Experte III. Klasse am Patentamt in Bern provisorisch angestellt. Er beginnt seine Tätigkeit am 23. Juni. Das Gehalt beträgt 3500 Sfr.
10. Oktober 1902 Der Vater stirbt in Mailand.
6. Januar 1903 Einstein und Mileva Maric heiraten in Bern,; die Tochter "Lieserl" bleibt in Novi Sad.
April 1903 Mit Maurice Solovine und Conrad Habicht gründet Einstein die "Akademie Olympia".
Mai 1903 Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft zu Bern.
September 1903 Die Tochter "Lieserl" wird vermutlich von Dritten adoptiert.
14. Mai 1904 Der Sohn Haus Albert wird in Bern geboren.
16. September 1904 Einstein erhält eine feste Anstellung am Patentamt; sein Gehalt steigt auf 3900 Sfr.
17. März 1905 Einstein beendet die Arbeit über die Lichtquantenhypothese.
30. April 1905 Einstein beendet die Arbeit über Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen; sie wird Ende Juli als Dissertation von der Universität Zürich akzeptiert.
11. Mai 1905 Die Arbeit über die brownsche Bewegung ist bei den 'Annalen' eingegangen.
30. Juni 1905 Die Arbeit Zur Elektrodynamik bewegter Körper, die Spezielle Relativitätstheorie, geht bei den 'Annalen' ein und wird am 28. September veröffentlicht.
27. September 1905 Eine Art Nachtrag zur Speziellen Relativitätstheorie geht bei den 'Annalen' ein; er enthält die Formel E = m * c2.
15. Januar 1906 Nach Abschluss aller Formalitäten wird Einstein "Herr Doktor".
1. April 1906 Beförderung zum Experten II. Klasse; das Gehalt steigt auf 4500 Sfr.
9. November 1906 Die Arbeit zur spezifischen Wärme, die Begründung der Quantentheorie des Festkörpers, geht bei den 'Annalen' ein.
17. Juni 1907 Antrag auf Habilitation bei der Universität Bern; der Antrag wird am 28. Oktober zurückgewiesen, bis Einstein eine originäre Habilitationsschrift vorlegt.
Okt. / Nov. 1907 Einstein entdeckt das Äquivalenzprinzip als Leitgedanken auf dem Weg zur Allgemeinen Relativitätstheorie. Am 4. Dezember beendet er den großen Übersichtsartikel über das Relativitätsprinzip.
28. Februar 1908 Nach Vorlage einer Habilitationsschrift und nach einer Probevorlesung wird Einstein Privatdozent an der Universität Bern.
1908 Das ganze Jahr über intensive experimentelle Beschäftigung mit dem "Maschinchen".
7. Mai 1909 Einstein wird zum Außerordentlichen Professor für Theoretische Physik an der Universität Zürich berufen, das Gehalt beträgt 4500 Sfr.; er tritt seine Professur am 15. Oktober an.
9. Juli 1909 Einstein erhält von der Universität Genf sein erstes Ehrendoktorat.
20. September 1909 Einstein ist "Ehrengast" der Jahresversammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte in Salzburg; am 21. September hält er einen Vortrag über Strahlungstheorie. Er lernt die führenden deutschen Physiker kennen.
ca. 15. Oktober 1909 Umzug nach Zürich; Beginn seiner Lehrtätigkeit.
21. April 1910 Die Fakultät der Deutschen Universität in Prag nominiert Einstein als Ordinarius für Theoretische Physik.
14. Juli 1910 In Zürich wird Einsteins Gehalt auf 5500 Sfr. Erhöht, um ihn an die Universität zu binden.
28. Juli 1910 Der zweite Sohn Eduard wird geboren.
24. September 1910 Reise nach Wien wegen Berufungsverfahren; Einstein besucht Ernst Mach und Victor Adler.
1. November 1910 Einstein erhält eine Zuwendung von drei mal 5000 Mark von einem anonymen Spender aus Deutschland (Franz Oppenheim).
6. Januar 1911 Kaiser Franz Joseph beruft Einstein auf das Ordinariat in Prag zum 1. April 1911.
10. Februar 1911 Einstein reist zu einer Vorlesung nach Leiden und trifft Hendrik Antoon Lorentz und Heike Kamerlingh Onnes.
3. April 1911 Einstein trifft mit seiner Familie in Prag ein.
23. August 1911 Einstein leistet seinen Amtseid.
24. August 1911 Beginn von Verhandlungen über einen Ruf nach Utrecht.
September 1911 Heinrich Zangger besucht Einstein in Prag; ein Ruf an die ETH wird erörtert.
25. September 1911 Bei der Jahresversammlung der Ges. Deutscher Naturforscher und Ärzte in Karlsruhe macht Einstein die Bekanntschaft von Fritz Haber.
30. Okt. - 4. Nov. 1911 Einstein nimmt am 1. Solvay-Kongress in Brüssel teil; er trägt die Quantentheorie des Festkörpers vor. Anschließend besucht er Utrecht.
19.-25. Dezember 1911 Einstein verhandelt in Zürich über einen Ruf an die ETH.
30. Januar 1912 Ernennung zum Professor für Theoretische Physik an der ETH in Zürich; das Gehalt beträgt 11000 Sfr.
15.-22. April 1912 Einstein reist nach Berlin und trifft dort alle führende Physiker; erste Gedanken über eine Berufung nach Berlin. Bei diesem Besuch entdeckt Einstein zu seiner Cousine Elsa Löwenthal geb. Einstein nicht nur verwandtschaftliche Bindungen.
25. Juli 1912 Umzug nach Zürich.
August 1912 Beginn der Zusammenarbeit mit Marcel Grossmann zur Allgemeinen Relativitätstheorie.
27. März 1913 Vorlesung in Paris über das photochemische Äquivalentgesetz.
3. Juli 1913 Die phys.-math. Klasse der Kgl. Preußischen Akademie der Wissenschaften nominiert Einstein als Mitglied. Max Planck und Walter Nernst fahren Mitte Juli nach Zürich, um das Angebot zu einem Wechsel nach Berlin zu unterbreiten. Einstein akzeptiert.
August 1913 Wanderung mit Marie Curie durchs Engadin.
September 1913 Ferien bei Milevas Eltern in Novi Sad. Am 21. September Vortrag über Gravitationstheorie bei der Jahresversammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte in Wien; anschließend Reise nach Berlin.
12. November 1913 Kaiser Wilhelm II. bestätigt die Wahl Einsteins in die Akademie. Einstein akzeptiert am 7. Dezember. Das Gehalt beträgt 12000 Mark.
22. März 1914 Einstein verlässt Zürich und besucht Antwerpen und Leiden. Er trifft Anfang April in Berlin ein. Mileva und die Söhne folgen Mitte April.
Ende Juni 1914 Mileva und Albert trennen sich; Mileva geht mit den Söhnen zurück nach Zürich.
2. Juli 1914 Antrittsrede in der Akademie. Planck erwidert.
1. August 1914 Auf den Ausbruch des Ersten Weltkrieges reagiert Einstein als bewusster Pazifist; er beschäftigt sich erstmals intensiv mit politischen Problemen.
November 1914 Einstein tritt dem "Bund Neues Vaterland" bei, dessen Ziel die Schaffung der "Vereinigten Staaten von Europa" ist. Er unterzeichnet das von Georg Nicolai entworfene "Manifest an die Europäer".
Januar 1915 In der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt beginnt Einstein gemeinsam mit J. W. de Haas experimentelle Untersuchungen zum gyromagnetischen Effekt (Einstein - de Haas - Effekt).
Ende Juni 1915 Einstein besucht für eine Woche Göttingen, wohnt dort bei David Hilbert und hält sechs Vorlesungen über Allgemeine Relativitätstheorie.
November 1915 In vier Akademievorlagen (die erste am 4. November, die letzte am 25. November) formuliert Einstein die Vollendung der Allgemeinen Relativitätstheorie.
20. März 1916 Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie, die erste systematische Darstellung, ist vollendet. Der Artikel erscheint in den 'Annalen der Physik' und als separate Broschüre.
5. Mai 1916 Einstein wird Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft
Juni 1916 Erste Arbeit über Gravitationswellen
Juli 1916 Erneute Beschäftigung mit der Quantentheorie; es entstehen drei Arbeiten über spontane und induzierte Emission und Absorption, über eine darauf basierende neue Herleitung der Planckschen Strahlungsformel sowie das Partikel-Konzept des Photons.
Dezember 1916 Einstein beendet über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie, gemeinverständlich, sein bekanntestes Buch.
30. Dezember 1916 Die Kaiser verfügt im "Großen Hauptquartier" die Berufung Einsteins in das Kuratorium der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt.
1917 Zu Beginn des Jahres erkrankt Einstein. Leberleiden, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sowie Gelbsucht folgen aufeinander. Die Wiederherstellung dauert etwa vier Jahre. Er wird von seiner Cousine Elsa gepflegt.
Februar 1917 Im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie entwirft Einstein das erste Modell des Kosmos; es enthält das "kosmologische Glied", um die Stabilität eines räumlich begrenzten Weltalls zu garantieren.
September 1917 Einstein zieht um in die Haberlandstraße 5 in Berlin-Schöneberg, die Wohnung der Cousine Elsa.
1. Oktober 1917 Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik, dessen Gründung schon 1914 vorgesehen war, nimmt nach kriegsbedingten Verzögerungen unter Einsteins Leitung seine Arbeit auf. Das Institut beschränkt sich auf die Forschungsförderung in Physik und Astronomie.
Februar 1918 Die zweite Arbeit über Gravitationswellen; sie enthält die Quadrupolformel.
August 1918 Ein Ruf nach Zürich, ein gemeinsames Angebot von ETH und Universität zu sehr vorteilhaften Bedingungen, lehnt Einstein ab.
9. November 1918 Das Deutsche Reich kapituliert, der Kaiser dankt ab, die Republik wird ausgerufen. Einstein ist begeistert und engagiert sich für linksdemokratische Ziele.
Januar 1919 Mehrmonatiger Aufenthalt in der Schweiz. An der Universität Zürich hält Einstein Vorlesungen über die Relativitätstheorie.
14. Februar 1919 Scheidung von Mileva; das Sorgerecht für die Söhne wird Mileva zugesprochen.
Frühjahr 1919 Diskussionen mit Kurt Blumenfeld über den Zionismus; Einstein unterstützt weitgehend die zionistischen Ideale, tritt jedoch niemals einer zionistischen Organisation bei.
2. Juni 1919 Heirat mit der Cousine Elsa in Berlin.
22. September 1919 Einstein erfährt, dass die Auswertung von Beobachtungen, die bei einer Sonnenfinsternis am 29. Mai von zwei britischen Expeditionen angestellt wurden, seine aus der Allgemeinen Relativitätstheorie folgenden Vorhersagen der Lichtablenkung im Schwerefeld der Sonne bestätigen.
6. November 1919 In London wird in einer feierlichen Sitzung der Royal Society und der Royal Astronomical Society offiziell bekannt gegeben, dass Einsteins Vorhersage bestätigt worden sei. Tags darauf beginnt die Einstein-Legende.
26. November 1919 Abgeordnete des Preußischen Landtages beantragen eine großzügige Unterstützung von Einstein Forschungen. Daraus entwickelt sich die "Einstein-Spende", die finanzielle Grundlage für den Bau des "Einstein-Turms".
Februar 1920 Niels Bohr besucht Einstein in Berlin.
Pauline Einstein stirbt nach schwerer Krankheit in Berlin bei ihrem Sohn.
Juni 1920 Reise zu Vorträgen in Norwegen und Dänemark.
24. August 1920 öffentliche Veranstaltung in der Berliner Philharmonie gegen die Relativitätstheorie: Einstein reagiert in einem drei Tage später veröffentlichten Zeitungsartikel sehr heftig.
23. September 1920 Kontroverse Diskussion mit Ph. Lenard bei der Naturforscherversammlung in Bad Nauheim.
27. Oktober 1920 Antrittsvorlesung als Gastprofessor in Leiden.
31. Dezember 1920 Wahl in den Orden "Pour le Merite" als dessen jüngstes Mitglied:
Januar 1921 Vorträge mit großem Aufsehen in Prag und Wien.
2. April - 30. Mai 1921 Erster Aufenthalt in den USA; Sammlung von Spenden für die Hebräische Universität in Jerusalem; Vorlesungen in Princeton, die als Buch erscheinen.
Juni 1921 Unterbrechung der Rückreise in England; Vorträge in Manchester und London.
Januar 1922 Einstein legt der Akademie seine erste Arbeit über die einheitliche Feldtheorie vor.
28. März - 10. Apr. 1922 Reise nach Paris; Vorträge am College de France; Besuch der Schlachtfelder des Weltkrieges.
Ende April 1922 Einstein wird Mitglied der Kommission für Intellektuelle Zusammenarbeit des Völkerbundes.
24. Juni 1922 Außenminister Walther Rathenau wird ermordet; Einstein sagt Vorlesungen und öffentliche Auftritte ab.
8. Oktober 1922 Einstein tritt als Gast eines Zeitungsverlages eine Reise nach Japan an.
9. November 1922 Der Nobelpreis für Physik für das Jahr 1921 wird Einstein verliehen; er erfährt davon offiziell während der Reise.
17. Nov. - 29. Dez. 1922 Aufenthalt in Japan; akademische und populäre Vorträge.
2.-14. Februar 1923 Auf der Rückreise von Japan Besuch in Palästina. Einstein wird der erste Ehrenbürger von Tel Aviv; er legt den Grundstein zur Hebräischen Universität in Jerusalem.
März 1923 Austritt aus der Völkerbundskommission, u. a. wegen der Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich und Belgien.
Juni 1923 Gründungs- und Präsidiumsmitglied der Vereinigung der Freunde des Neuen Russland.
Juli 1923 Reise nach Schweden und Dänemark, in Göteborg hält Einstein seinen Nobelvortrag.
Dezember 1923 Einstein diskutiert in einer Akademie-Vorlage "Möglichkeiten zur Lösung des Quantenproblems", im wesentlichen durch Randbedingungen für die Feldgleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie.
Juni 1924 Einstein tritt wieder in die Völkerbundskommission ein.
Dezember 1924 Der "Einstein-Turm" ist einschließlich der Instrumentierung fertiggestellt; Einstein ist Vorsitzender des Kuratoriums des "Einstein-Instituts" auf Lebenszeit.
Januar 1925 Einstein veröffentlicht die Quantentheorie des einatomigen idealen Gases; es entdeckt ein Argument für den Wellencharakter der Materie. Er formuliert die Bose-Einstein-Statistik und veröffentlicht Ende 1925 seine Entdeckung der Bose-Einstein-Kondensation. - Dies sind seine letzten Entdeckungen von unstreitig großer Bedeutung.
April - Juni 1925 Reise nach Südamerika.
September 1925 Einstein wird Mitglied des Verwaltungsrats der Hebräischen Universität Jerusalem, nachdem er schon seit 1924 die Publikationen des Instituts für Physik herausgibt.
1926 Formulierung der Quantenmechanik durch Heisenberg, Schrödinger, Born u.a.; Einstein äußert Unbehagen.
Oktober 1927 Beim Solvay-Kongress in Brüssel Beginn der intensiven Auseinandersetzung mit Niels Bohr über die Grundlagen der Quantenmechanik.
Februar 1928 In Davos erleidet Einstein eine schwere Herzerkrankung. Er muss vier Monate lang streng Bettruhe halten; die Genesung dauert etwa ein Jahr.
28. Juni 1929 Max Planck erhält die erste, Einstein die zweite der aus Anlass von Plancks 70. Geburtstag gestifteten Max-Planck-Medaillen.
Oktober 1929 Solvay-Kongress in Brüssel; Besuch bei der königlichen Familie; Freundschaft und lebenslange Korrespondenz mit der "Lieben Königin".
1930 Intensives Engagement für den Pazifismus.
Dezember 1930 Reise in die USA zu einem Forschungsaufenthalt am "California Institute of Technology" in Pasadena; Rückkehr im März 1931.
1931 "Student" des Christ Church College in Oxford, eine Art Gastprofessur mit jährlichen Aufenthalten von vier Wochen.
Dezember 1931 Erneut Reise in die USA zum Cal Tech in Pasadena.
1932 Politisches Engagement für die Erhaltung der Weimarer Republik.
Juli 1932 Auf Anregung des Völkerbundes und dessen Instituts für Intellektuelle Zusammenarbeit Briefwechsel mit Sigmund Freud über die Frage Warum Krieg?. Veröffentlicht 1933.
August 1932 Berufung an das in Gründung befindliche "Institute for Advanced Study" in Princeton zum Oktober 1933. Einstein plante, eine Hälfte des Jahres in Princeton und die andere Hälfte in Berlin zu verbringen.
Dezember 1932 Reise in die USA zum Cal Tech in Pasadena. Die Rückkehr war für März 1933 vorgesehen.
30. Januar 1933 Nationalsozialistische "Machtergreifung" in Deutschland.
10. März 1933 Vor der Rückreise nach Europa erklärt Einstein öffentlich, dass er nicht mehr nach Deutschland zurückkehren werde.
28. März 1933 Einstein erklärt seinen Austritt aus der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Er beendet jegliche Verbindung mit offiziellen deutschen Institutionen. - Einstein bleibt in Belgien.
Juni 1933 In Oxford hält Einstein die Spencer-Vorlesung.
September 1933 Aufenthalt in England bis zur Abreise in die USA.
3. Oktober 1933 Rede in der Royal Albert Hall in London für einen Hilfsfond.
17. Oktober 1933 Einstein trifft mit seiner Frau, der Sekretärin Helen Dukas und dem Assistenten Walther Mayer in der USA ein und begibt sich nach Princeton.
1934 In Amsterdam erscheint Mein Weltbild, eine Sammlung von Einsteins Aufsätzen.
Die Stieftochter Ilse Kayser-Einstein stirbt in Paris; die Stieftochter Margot kommt nach Princeton.
15. Mai 1935 Das Einstein-Podolky-Rosen-Paradoxon wird veröffentlicht; Bohrs Erwiderung bringt die Debatte über die Grundlagen der Quantenmechanik zu einem gewissen Abschluss.
August 1935 Kauf des Hauses 112 Mercer Street in Princeton.
1936 Arbeit mit Banesh Hoffmann und Leopold Infeld zum Bewegungsproblem.
20. Dezember 1936 Tod von Elsa Einstein in Princeton.
1937 Der Sohn Hans Albert kommt mit seiner Familie in die USA.
Arbeit mit Valentin Bargmann und Peter Bergmann an der vereinheitlichten Theorie.
1938 Veröffentlichung von The Evolution of Physics mit Leopold Infeld.
1939 Die Schwester Maja kommt zu ihrem Bruder nach Princeton, wo sie bis zu ihrem Tod bleibt.
2. August 1939 Einstein unterzeichnet einen Brief an den amerikanischen Präsidenten F. D. Roosevelt, in dem er auf die Möglichkeit der Atombombe und die Gefahr einer solchen Waffe in deutscher Hand hinweist.
1. September 1939 Deutscher Angriff auf Polen; Beginn des Zweiten Weltkrieges.
7. März 1940 Zweiter für Präsident Roosevelt bestimmter Brief über die Atombombe.
1. Oktober 1940 Einstein wird amerikanischer Staatsbürger; er behält seine Schweizer Staatsbürgerschaft.
6. November 1941 Beginn des "Manhattan project" zur Entwicklung der Atombombe. Einstein ist nicht beteiligt, da er als Sicherheitsrisiko angesehen wird.
7. Dezember 1941 Japanischer Angriff auf Pearl Harbour; Eintritt der USA in den Krieg.
31. Mai 1943 Einstein wird Berater der US Navy für hochexplosive Sprengstoffe; sein Tageshonorar beträgt 25 US-Dollar.
3. Februar 1944 Einsteins eigenhändige Abschrift der Arbeit Zur Elektrodynamik bewegter Körper wird in Kansas City zugunsten des "Book and Author War Bond Committee" für sechs Millionen US-Dollar versteigert.
1945 In einem Brief an Präsident Roosevelt versucht Einstein, Leo Szilard und anderen Physikern die Möglichkeit zu verschaffen, ihre Sorgen über den Einsatz der Atombombe vorzutragen.
6. August 1945 Abwurf der ersten Atombombe über Hiroshima.
September 1945 Durch die Veröffentlichung des Smyth Report wird Einsteins Brief an Roosevelt aus dem Jahre 1939 bekannt.
10. Dezember 1945 In New York hält Einstein bei einem Nobel-Gedenkdinner eine viel beachtete Rede: The war is won, but peace is not.
23. Mai 1946 Einstein übernimmt den Vorsitz des "Emergency Committee of Atomic Scientists".
Dezember 1946 Einstein tritt öffentlich für eine Weltregierung ein.
1947 Intensives Engagement für Rüstungskontrolle und Weltregierung.
4. August 1948 In Zürich stirbt Mileva Maric.
Dezember 1948 Einstein wird am Unterleib operiert; es wird ein großes Aorten-Aneurysma diagnostiziert.
Januar 1949 Erholung in Florida.
Arbeit an den abschließenden Bemerkungen des Einstein-Bandes der "Library of Living Philosophe".
18. März 1950 In seinem Testament legt Einstein fest, dass sein schriftlicher Nachlass der Hebräischen Universität in Jerusalem übereignet werden soll.
Juni 1951 Die Schwester Maja stirbt in Princeton.
November 1952 Nach dem Tode von Chaim Weizmann wird Einstein die Präsidentschaft Israels angetragen; Einstein lehnt ab.
16. Mai 1953 Öffentlicher Brief an W. Frauenglass zur Verteidigung der Bürgerrechte gegenüber dem McCarthy-Ausschuss, der heftige Kontroversen auslöst.
April 1954 Einstein unterstützt J. Robert Oppenheimer in der Frage seiner "nationalen Zuverlässigkeit".
15. März 1955 In Genf stirbt Michele Besso.
11. April 1955 Brief an Bertrand Russell zum "Einstein-Russell-Manifest" für Abrüstung.
13. April 1955 Das Aneurysma ist geplatzt.
18. April 1955 Einstein stirbt. Die Leiche wird am selben Tag eingeäschert. Nach einer schlichten Trauerfeier wird die Asche an unbekanntem Ort verstreut.
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